Arbeitspaket 9 – Datenauswertung

Ziel des Arbeitspakets 9 (AP9) ist es, typische Artengemeinschaften als Referenzwerte für die Bodenbiodiversität in verschiedenen Lebensraumtypen in Deutschland zu charakterisieren. Dabei sollen die Vor- und Nachteile verschiedener Ansätze bewertet und Methoden zur Ermittlung von Erwartungswerten für die Artenzusammensetzung und Individuendichten in der Bodenbiozönose abgeleitet werden. Auf dieser Grundlage soll ein Bewertungsschema für Abweichungen in der Zusammensetzung der Bodenbiozönose entwickelt werden. Dieses Schema soll auch eine Analyse des Interaktionsnetzwerks beinhalten, da die damit verbundenen Standortparameter ebenfalls einen Einfluss auf die lokale Biodiversität haben. Mögliche Indikatorenkriterien sollen gemeinsam mit den Ergebnissen von Experten und Expertinnen, dem Beirat und dem Auftraggeber diskutiert werden. Die Leitung von AP9 übernimmt die gaiac eco assessment GmbH (Andreas Toschki).

Die Anforderungen an AP9 basieren auf der Projektspezifikation unter Berücksichtigung zusätzlicher Empfehlungen von Dritten (z. B. NMZB 2024, EC 2025).

Die Erhebung der Bodenbiodiversität soll sich an drei Untersuchungsschwerpunkten mit jeweils unterschiedlichem Fokus orientieren (siehe Abbildung 1; siehe Gesamtkonzept für AP 2).

Folgendes soll untersucht werden:

  • Lebensraumtypen, die nur geringfügig durch menschliche Aktivitäten beeinflusst sind – hier sollen Referenzwerte für Bodenbiozönosen ermittelt werden
  • Lebensraumtypen, die in unterschiedlichem Maße durch menschliche Aktivitäten beeinflusst sind – hier sollen repräsentative Erhebungen der Biozönosen in den Böden der sogenannten „normalen Landschaft“ durchgeführt werden (einschließlich der Identifizierung möglicher Einflussfaktoren und Belastungen)
  • ausgewählte Standorte, an denen im zeitlichen und räumlichen Verlauf intensive Probenahmen durchgeführt werden – hier sind die Zusammenhänge zwischen dem Zustand der Biozönose und den Stressfaktoren (Wirkungsüberwachung) zu erfassen

 

Grafik Zahnräder

Abbildung 1: Untersuchungsbereiche der Basisuntersuchung zur Bodenbiodiversität

Quelle: UBA. Leistungsbeschreibung für die „Basiserhebung zur Bodenbiodiversität“

Diese drei Untersuchungsansätze überschneiden sich, insbesondere bei der Charakterisierung des guten ökologischen Zustands oder des Biodiversitätspotenzials von Böden unter land- oder forstwirtschaftlicher Nutzung. In diesem Zusammenhang sollten auch diejenigen Komponenten der Biodiversitätsqualität berücksichtigt werden, die unter den gegebenen Landnutzungsbedingungen am ehesten einem sehr guten Bodenzustand entsprechen. Für alle drei Forschungsansätze muss ein Referenzsystem für die standortspezifische Vielfalt der
Bodenorganismen entwickelt werden:

  • Referenzwerte: Listen von Arten, deren Vorkommen an einem bestimmten Standort mit seinen spezifischen Bedingungen (z. B. Bodenfaktoren, Lebensraumtyp, Klima, Region, Verschmutzung) zu erwarten ist
  • eine Quantifizierung der Abweichungen von diesen Referenzwerten, die auf eine beeinträchtigte Lebensraumfunktion hinweisen (Abbildung 1)

Arbeitspaketleitung:
gaiac eco assessment GmbH
Mitwirkung:
IME Fraunhofer
iDiv / Universität Leipzig
RWTH Aachen University
ECT Ökotoxikologie GmbH
Ecossa
Rüdiger Schmelz (Freelancer)