Arbeitspaket 3 – Auswahl repräsentativer Beprobungsflächen

Das Ziel des Arbeitspakets 3 (AP3) besteht darin, eine optimale Flächenkulisse für die Basiserhebung Biodiversität festzulegen, die sowohl wissenschaftlichen Anforderungen als auch praktischen Rahmenbedingungen gerecht wird. Geleitet wird AP3 durch die ahu GmbH (Carolin Kaufmann Boll).

An die Umsetzung werden folgende Anforderungen gestellt:

  • Abbildung typischer Bodenbiozönosen durch gezielte Einbindung unterschiedlicher Lebensräume
  • Erfassung von Nutzungseinflüssen und Stressoren, indem Böden und Lebensraumtypen unter verschiedenen Nutzungsbedingungen untersucht werden
  • Vergleich verschiedener Varianten der Flächenauswahl hinsichtlich Aussagekraft sowie organisatorischem und finanziellem Aufwand

Synergien mit bestehenden Monitoringprogrammen und Kampagnen sollen gefunden und genutzt werden. Auch die Anforderungen der EU-Bodenrichtlinie zur Bodenüberwachung und -resilienz fließen in die Konzeption ein.

Zu Beginn wurde eine Eignungs- und Defizitanalyse vorhandener (Boden-) Monitoringprogramme* durchgeführt. Kein einzelnes dieser Programme für sich kann eine geeignete Flächenkulisse für die Basiserhebung Bodenbiodiversität bereitstellen. Aufgrund dieser Erkenntnis sowie erheblicher Einschränkungen bei der Verfügbarkeit von Geodaten und offener Kooperationsfragen wurde der ursprünglich geplante Ansatz einer umfassenden statistischen Analyse der bestehenden Messnetze hinsichtlich ihrer Repräsentativität verworfen. Stattdessen wurde ein alternatives Vorgehen entwickelt: ein randomisiert-stratifizierter Two-Stage Sampling-Ansatz. Dieser Ansatz umfasst die Definition von repräsentativen Suchräumen – so genannten Primary Sampling Units (PSU), innerhalb derer geeignete Untersuchungsflächen – so genannte Secondary Sampling Units (SSU) – ausgewählt werden (Abbildung).

Zufallsstichproben

Abbildung 1: Beispiele für Zufallsstichproben

Bestehende Monitoringstandorte, die innerhalb der Suchräume liegen und die festgelegten Kriterien erfüllen, werden in die Flächenkulisse integriert, sofern die betreibenden Institutionen und die Flächeneigentümer dies erlauben.

Unter Berücksichtigung der Repräsentativitätsanforderungen und der logistischen Rahmenbedingungen – wie geeigneter Beprobungszeiträume, begrenzter personeller und technischer Kapazitäten sowie der Projektlaufzeit – wurde eine Zielgröße von etwa 250 Untersuchungsstandorten festgelegt.

* z. B. Bodendauerbeobachtung (BDF), Bodenzustandserhebung (BZE), ICP Forests Level II, LUCAS Soil, Biodiversitätsexploratorien

Arbeitspaketleitung:
ahu GmbH
Mitwirkung:
EFTAS Fernerkundung Technologietransfer GmbH
gaiac eco assessment GmbH
RWTH Aachen University
iDiv / Universität Leipzig