Arbeitspaket 5 – Morphologische Erfassung der Bodenfauna
Unter Leitung der Mesocosm GmbH (Klaus Peter Ebke) werden an 252 Standorten deutschlandweit von den verschiedenen Konsortialpartnern Bodenproben für diverse Organismengruppen der Mikro-, Meso- und Makrofauna gezogen und ausgewertet. Die Standorte beinhalten verschiedene Landschaftstypen mit Wäldern, Wiesen und Äckern. Des Weiteren werden Bodenproben für die Untersuchung der Mikroorganismen, der Bodenbiomasse und diverser DNA-Analysen (Community-DNA, Barcoding einzelner Arten, Umwelt-DNA) (Arbeitspakete 6 und 7) gezogen. Arbeitspaket 5 (AP 5) stellt die Daten der morphologischen Bestimmungen für die Datenauswertung und Analysen in anderen Arbeitspaketen (AP 8, 9 und 10) zur Verfügung. Die Erhebung erfasst folgende Organismengruppen:
- Springschwänze (Collembolen → Mikroathropoden)
- Hornmilben (→ Mikroathropoden)
- Fadenwürmer (Nematoden)
- Enchytraeiden
- Regenwürmer
Die Erfassung der Bodenorganismen erfolgt nach DIN EN ISO 23611-1 bis 23611-5 und DIN EN ISO 23611-6 und nach den Empfehlungen des National Monitoringzentrum Biodiversität (NZMB 2024b).
Extraktion Enchytraeiden, Nematoden und Mikroathropoden:
Für die Enchytraeiden, Mikroathropoden (Springschwänze und Hornmilben) und Fadenwürmer werden Bodenkerne gezogen. Diese Organismen werden nach der Probenahme mit unterschiedlichen Methoden aus den Bodenkernen extrahiert, beispielsweise bei den Mikroathropoden mittels Hitzeextraktion.

Bild 1

Abbildung 2
Bild 1: Links, exemplarisch ein Bodenkern, gezogen mit einem Split-Core-Sampler, rechts eine exemplarische Hitzeextraktion für die Mikroathropoden. (Bild 1 und Abbildung 2 von Mesocosm GmbH)
In folgenden Schritten werden die Proben aufgereinigt, sortiert und ausgewertet. Pro Probenahme-Standort werden je Gruppe mindestens 10 Bodenkerne gezogen. Je nach Standorttyp kommen weitere Proben hinzu. Beispielsweise wird für Waldstandorte zusätzlich die Streu mitbeprobt und extrahiert.

Bild 3
A: Collembole, Foto von Dr. Jörg-Alfred Salamon / Dr. Jörn Alphei
B: Nematode, Foto von Prof. Dr. W. Traunspurger
C: Hornmilbe, Foto von Dr. Bernhard Klarner
D+E: Enchytraeide, Foto von Dr. Rüdiger Schmelz
Extraktion Regenwürmer:
Um die Regenwürmer zu erfassen, werden pro Standort sechs ca. 20 cm tiefe Löcher ausgehoben. Die ausgehobene Erde wird per Hand nach Regenwürmern durchsucht. Zusätzlich werden die „Tiefengräber“ mit einem Senfextrakt ausgetrieben und aus dem ausgehobenen Loch abgesammelt (s. Bilder unten). Mit dieser kombinierten Extraktions-Methode werden die Regenwürmer der Streu, flach und tief/vertikalgrabende Arten gut erfasst.

Bild 4
Bild 4: Regenwürmer erfasst durch eine händische Auslese. Bild 5 und 6: links Aporrectodea rosea, rechts Lumbricus rubellus (Fotos von Carla Riemenschneider)

Bild 5

Bild 6
Arbeitspaketleitung:
Mesocosm GmbH
Mitwirkung:
Fraunhofer IME
gaiac Forschungsinstitut
ECT Ökotoxikologie GmbH
Schmelz
Ecossa
EFTAS


